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Ein neuer Artikel über die ehemaligen Flächen der US-Armee ist am 30.7.07 in der Frankfurter Rundschau erschienen. Auch das Grünhof-Areal ist hier Thema: "Gleiches Bild am Grünhof an der
Hansaallee: rote, gelbe, und weiße Punkthäuser mit Gärten, großzügigen
Spielflächen und autofreien Straßen bieten ruhiges Wohnen nur wenige
hundert Meter von Kneipen, Kinos, Läden des Nordends entfernt.".
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Wie sich Frankfurt neu erfand
VON ANITA STRECKER

Fassaden hinter denen US–Soldaten wohnte (FR)
Sogar AFN ist aus Frankfurt verschwunden. Die US-Radiomacher senden
jetzt von Mannheim aus. Der Abzug der US-Truppen aus der Mainmetropole
zu Beginn der 90er Jahre - nach fast 50 Jahren Besatzungszeit - war ein
umfassender. Im Rückblick hätte sich Stadtplanungsamtsleiter Dieter von
Lüpke durchaus ein paar Spuren in der Stadt gewünscht. "Es hätten etwas
mehr bauliche Erinnerungen bleiben können."
Andererseits
hat der Abzug Frankfurt die ungeahnte Chance eröffnet, sich als
Wohnstadt für junge Menschen und Familien zu profilieren. Und als
junge, dynamische Stadt, ständig in Bewegung und Veränderung begriffen.
300 Hektar ehemalige US-Flächen am Flughafen, nochmal so viel verteilt
im Stadtgebiet - Entwicklungspotenziale, die zu Beginn der 90er gerade
Recht kamen. Öffnung Ost, der Zuzug von Kriegsflüchtlingen aus
Ex-Jugoslawen: "Die Einwohnerzahl war damals sprunghaft um 38000
Menschen gestiegen", sagt von Lüpke. Und Wohnraum bedrohlich knapp.
Die
5000 Einheiten in den ehemaligen Housing-Areas im Stadtgebiet wurden in
aller Eile von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding
instand gesetzt und vermietet. Gleichzeitig fasste die
Stadtverordnetenversammlung zu Beginn der 90er den Sammelbeschluss, die
Konversionsflächen überwiegend zur Wohnbebauung zu nutzen.
Einzige
Ausnahmen: das ehemalige US-Headquarter im einstigen IG-Farbenhaus,
heute Hauptsitz der Universität mit neuem Campus. Auf dem PX-Gelände an
der Adickesallee entstand das neue Polizeipräsidium, auf dem einst
militärisch genutzten Industriehof steht die neue Börse und das Gelände
der ehemaligen Drake-Kaserne am Frankfurter Berg nutzt die
Bundespolizei.
Ansonsten sind neue Stadtquartiere entstanden -
oder sind noch im Werden. Auf den 13 Hektar der
Michael-/McNair-Kasernen in Höchst ist das Lindenviertel mit
postmodernen, farbigen Mehrfamilien- und Reihenhäusern entstanden. Dazu
ein Wohnheim für behinderte Menschen, zwei Kitas, Kino, Bürgerzentrum.
Kurz: Ein neues Quartier für gut 2000 Menschen, überwiegend Familien,
deren Kinder in Wohnstraßen und Gärten spielen. Getilgt auch die
Erinnerung an Edwards-Gardens: 200 Reihenhäuser und Eigentumswohnungen,
250 Mietwohnungen, Kindergärten, Läden - auch der Frankfurter Berg ist
Wohnquartier für Familien geworden. Gleiches Bild am Grünhof an der
Hansaallee: rote, gelbe, und weiße Punkthäuser mit Gärten, großzügigen
Spielflächen und autofreien Straßen bieten ruhiges Wohnen nur wenige
hundert Meter von Kneipen, Kinos, Läden des Nordends entfernt.
Bis
2008 soll schließlich eines der größten Wohnquartiere für Familien
fertig sein: Das 200 000 Quadratmeter große Areal von New Atterberry,
gleich neben New Betts und dem ehemaligen Motorpool der US-Army an der
Friedberger Anlage.
80 Prozent der Neubaupläne sind geschafft,
schätzt Planungsamtsleiter von Lüpke. "Die Entwicklung war ungeheuer
dynamisch." Die Stadt hat auch keine Zeit verloren, umgehend eine
Konversionsentwicklungsgesellschaft gegründet und mit dem Bund - damals
Eigentümer des Gros der Flächen - verabredet, dass Investoren das
Bauland verbilligt kaufen können, wenn Frankfurt die städtebaulichen
Ziele als Wohnnutzung garantiert. Investoren kauften direkt vom Bund
und verpflichteten sich via Folgekostenverträge, dass in den neuen
Vierteln auch Geschäfte, Kitas, Schulen, Spielplätze und Grünanlagen
entstehen. Die Bebauungspläne dazu wurden überwiegend auf Grundlage von
Wettbewerben beschlossen - moderne Architektur sollte sich in Frankfurt
nicht nur in Wolkenkratzern präsentieren, auch der Wohnungsbau ist ins
Rampenlicht gerückt.
Gleichfalls mit Folgen, wenngleich sich die
eher erfühlen, denn messen lassen. "Es hat sich das Selbstbewusstsein
einer jungen Stadt entwickelt. Einer Stadt, die sich bewegt, die
wächst, nicht schrumpft oder stirbt", sagt von Lüpke. Tatsächlich
konnte Frankfurt im Gegensatz zu anderen Großstädten Deutschland die
Einwohnerzahl halten und gilt durch den Zuzug junger Familien als eine
der wenigen mit steigenden Geburtenraten. Neue Bürger, neue Impulse.
Nicht nur für die Baubranche. Neue Szenekneipen, neue Läden, neues
kulturelles Leben, verändertes Lebensgefühl: Die Amerikaner sind
abgezogen, haben eine Stadt zurückgelassen, die sich einmal mehr neu
erfindet.

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Copyright © FR-online.de 2007
Dokument erstellt am 29.07.2007 um 21:52:01 Uhr
Letzte Änderung am 29.07.2007 um 21:57:36 Uhr
Erscheinungsdatum 30.07.2007
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